Autokrise

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Magna-Mitarbeiter müssen Gürtel enger schnallen

Wien, 05. Mai (Reuters) – Die österreichischen Mitarbeiter des an Opel interessierten Autozulieferers Magna müssen künftig den Gürtel enger schnallen. Etwa ein Drittel der Belegschaft wird ein Jahr lang bis zu 20 Prozent weniger Gehalt bekommen. Diesem Schritt habe die Mehrheit der Belegschaft zugestimmt, teilte das Unternehmen am Montag mit.
Magna hat bereits 5000 der 11.000 österreichischen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, weil die Nachfrage von Seiten der Automobilkonzerne deutlich zurückgegangen ist.
Der österreichisch-kanadische Konzern hat – neben anderen Unternehmen – Interesse am angeschlagenen Autobauer Opel. Magna-Chef Frank Stronach hatte dies kürzlich bekräftigt, die Art eines Engagements aber offengelassen.

Putins Freund gibt Rätsel auf

In der Autobranche wird über ein Engagement von Oleg Deripaska bei Opel spekuliert – doch der Mann hat andere Probleme. Oleg Deripaska hat vermutlich zu wenig Zeit, um auch noch die kritische Zeitung Nowaja Gaseta zu lesen. Vielleicht hätte er es einmal tun sollen. Denn kürzlich widmete sie ihm eine ganze Seite samt Fotos von Protesten, die dem Unternehmer gar nicht gefallen hätten. “Deripaska – verkauf Deine Yacht”, “Kein Fabriken-Sterben” und “Deripaska – geh!” stand auf den abgebildeten Plakaten.
Es läuft derzeit nicht sehr gut für den 41 Jahre alten Oligarchen. Den Titel “reichster Mann in Russland”, den ihm das Magazin Forbes verlieh, hat er im Zuge der weltweiten Finanzkrise abgeben müssen, den Angaben zufolge hat er durch die Krise bislang 25 Milliarden Dollar verloren. Umso überraschter waren manche Beobachter, als sein Name im Zusammenhang mit einem möglichen Einstieg bei Opel auftauchte.
Oleg Deripaska war bis zum vergangenen Jahr Großaktionär beim kanadisch-österreichischen Autozulieferer und Opel-Interessenten Magna.
Dass Deripaska offiziell kein Interesse signalisiert, ist verständlich. Denn derzeit verhandelt er mit ausländischen und russischen Banken über die Umschuldung von geschätzten 15 Milliarden Dollar, und ein offen geäußerter Wunsch nach neuen Geschäften würde diese Gespräche erschweren. “Deripaska rettet Opel. Doch wer rettet Deripaska?”, schrieb eine russische Internet-Zeitung. Allein das Autowerk Gaz hat etwa eine Milliarde Euro Schulden und musste bereits ein Viertel seiner einst 120000 Mitarbeiter entlassen; weitere 30000 Arbeitsplätze gelten als gefährdet.
Aus eigener Kraft könnte Deripaska einen Einstieg bei Opel nicht finanzieren. Er hat derart gute Kontakte zugleich zu Ministerpräsident Wladimir Putin wie auch zum Magna-Konzern.
Oleg Deripaska ist – wie die meisten russischen Oligarchen – während der wilden neunziger Jahre reich geworden, als der damalige Kremlchef Boris Jelzin in einer landesweiten Gutschein-Aktion wichtige Staatsbetriebe zur Privatisierung freigab. Der studierte Physiker Deripaska konzentrierte sich zunächst auf die Aluminiumindustrie und galt dabei als einer der aggressivsten Unternehmer der Branche. Die USA verweigerten ihm wegen seiner angeblichen Verwicklung in die brutalen Verteilungskämpfe zwischenzeitlich sogar die Einreise, derweil er in Russland sein Imperium mit Hilfe von Krediten zielstrebig ausdehnte. Quelle:Sueddeutsche.de

Bearbeitung und Foto von Galina Toktalieva

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