Ausländische Wurzeln

44 Prozent der Stadtbewohner haben Migrationshintergund

WIEN – Mangelhafte Ausbildung, niedriges Einkommen, beengte Wohnverhältnisse – Wiener mit Migrationshintergund haben in so gut wie allen Lebensbereichen wesentlich schlechtere Karten als Alteingesessene. Das zeigt eine von der Stadt gemeinsam mit dem Europaforum und dem Büro Difference durchgeführte Studie. In sämtlichen acht untersuchten Themenfeldern – von Bildung über Beschäftigung bis Gesundheit – zeigen sich teils große Unterschiede.
So haben etwa 35 Prozent der Zuwanderer über 20 nur einen Pflichtschulabschluss, bei Wienern ohne Migrationshintergrund sind es 15 Prozent. Schlechtere Ausbildung führt dann auch zu schlechterer Bezahlung: Weibliche und männliche Beschäftigte aus den EU-Staaten, dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei verfügen über nur 40 bis 65 Prozent des Einkommens von österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Allerdings ist auch eine Hochschulausbildung keine Garantie für ein geregeltes Einkommen: 67 Prozent der arbeitslosen Akademiker haben einen Migrationshintergrund.
Als Wiener mit Migrationshintergrund gelten Stadtbewohner, die entweder im Ausland geboren sind, eine andere Staatsbürgerschaft haben oder mindestens einen Elternteil mit ausländischer Herkunft haben.
Demnach weisen in Wien 44 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund auf. Die Enkelkinder des klassischen Gastarbeiters, der in den Sechzigern nach Österreich kam, sind da also nicht miteinberechnet. Frauenberger will ihr Hauptaugenmerk auf die zweite Generation legen. Dabei spiele auch Partizipation eine wesentliche Rolle: “Wir brauchen das kommunale Wahlrecht für Nicht-Österreicher.”
Quelle: Der Standard

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