Ein Kreislauf

Sie sehen kaum mehr eine Chance, stehen unter starkem Druck, materiell wie auch psychisch sind sie von AMS abhängig…
Von Martin Mair
AMS erstellt viele arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Verfügung um arbeitslose Menschen aus der Statistik zu drängen. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet unter anderem so genannte Schulungen. In den meisten Fällen besuchen arbeitslose Menschen diese Maßnahmen nicht freiwillig.
Der Begriff Schulung impliziert, dass den Teilnehmern darin Wissen vermittelt wird, das ihnen fehlt. Der Begriff Schulung, oder Fortbildung, ist positiv behaftet. Dank dieser positiven Konnotation, erfreuen sich Schulungen sowohl in der Politik, wie auch in allen Schichten der Bevölkerung, großer Beliebtheit. Daher regt sich kaum jemand über die hohe Zahl der Zuweisung zu Schulungen, und der damit einhergehenden massiven Verschwendung von Steuergeldern, wenn in einer Zeitung über Schulungen für arbeitslose Menschen berichtet wird.
Die Erfolge der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wird durch Studien ermittelt, und in Form der monatlichen Arbeitslosenstatistik veröffentlicht.
Die Politik wälzt die Verantwortung der Arbeitslosigkeit auf die Arbeitslosen ab. Wer Arbeitslos ist, ist selbst Schuld, und kann froh sein, überhaupt Unterstützung zu erfahren. Das AMS kann sich auf die Gesetze berufen, und arbeitslose Menschen wahllos, mehrmals, gegen ihren Willen, in Maßnahmen abschieben. Die Ablehnung einer Maßnahme kann zur Folge haben, dass der Bezug für einige Wochen gestrichen wird.
Der arbeitslose wird also von der Gesellschaft isoliert, von arbeitenden Menschen als faul und Arbeitsunwillig bezeichnet, und vom AMS unter Druck gesetzt.
Das Gespenst, dessen Name Armut ist, geistert häufig auch durch die Köpfe arbeitsloser Menschen. Niemand möchte gerne arm sein, jeder möchte Geld haben, um sich Wünsche und Träume erfüllen zu können. Wer lange Zeit ohne Arbeit ist, läuft Gefahr in die Armut abzurutschen, und krank zu werden. Durch Arbeitslosigkeit werden Menschen in unserer Gesellschaft an den sozialen Randbereich gedrängt. Niemand will wahrhaben, selbst von Armut gefährdet zu sein, oder zur großen Zahl der Ausgestoßenen zu zählen, die niemand mehr haben will. Besonders bei langzeitarbeitslose Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt durch Mangel an Arbeitsplätzen keine Chance mehr haben, ist diese Verdrängung, das nicht wahrhaben wollen der eigenen Situation, häufig zu beobachten.
Sie sehen kaum mehr eine Chance, stehen unter starkem Druck, materiell wie auch psychisch sind sie von AMS abhängig, und in der Gesellschaft werden sie nicht akzeptiert, nicht gewollt, sind ausgestoßen. Es ist ein Kreislauf, der beinahe unweigerlich nach unten führt, hinein in die Armut und enormem, sozialem, Druck.
Unter dieser Voraussetzung, der imminenten Gefahr in die Armut abzugleiten, wenn sich arbeitslose Menschen nicht in Maßnahmen zwingen lassen wollen, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, Angst um finanzielle und materielle Sicherung zu haben, psychisch oder physisch zu erkranken, ist Widerstand beinahe ausgeschlossen. Der arbeitslose Mensch, wenn er erst psychologisch gebrochen ist, wird alles mit sich geschehen lassen, und setzt sich nicht mehr zur Wehr.
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