Das Denkmal eines Migranten

Beethoven-Denkmal in Wien
Werner Braun für die Wiener Nachrichten
So häufig begegnen wir Migranten mit Angst und Unsicherheit, wenn nicht sogar mit Feindseligkeit. Das ist nichts Neues. Aber manchmal haben wir offensichtlich einfach vergessen, dass ein Migrant ein Migrant ist. Dann kann es schon passieren, dass wir ihm sogar mitten in Wien ein Denkmal setzen.

Im Jahre 1787 kam ein junger Rheinländer nach Wien, dessen Vorfahren aus den Niederlanden stammten. Er war ein musikbegeisterter Jüngling und wollte bei Mozart Komposition studieren. Der aber war mit anderem beschäftigt, vor allem mit der Fertigstellung des “Don Giovanni”, außerdem hatte er familiäre Probleme. Ludwig van Beethoven, so hieß der junge Mann vom Rhein, fand dennoch die Aufmerksamkeit Mozarts, der in ihm ein schlummerndes Talent sah. Aber nur von kurzer Dauer war Beethovens Aufenthalt in Wien. Zwei Wochen nach seiner Ankunft in Wien erkrankte seine Mutter schwer und der junge Ludwig eilte heim nach Bonn an ihr Krankenbett. Ihr Tod im Juni 1787 traf ihn schwer.
Zwei Jahre später begann er ein Studium in Bonn. Aber Wien hatte ihn schon verzaubert. Ausgestattet mit Empfehlungen und Privilegien des Kölner Kurfürsten kam Beethoven 1792 zum zweiten Mal in Wien an. Sein Idol Mozart verstarb im gleichen Jahr, aber er bekam Unterricht bei anderen Größen der Musikwelt wie Joseph Haydn und Antonio Salieri. Und dann waren sehr schnell alle Brücken zu seiner rheinischen Heimat abgebrochen. Im gleichen Jahr verstarb auch der Vater und zwei Jahre später ging seine Heimat, das Kurfürstentum Köln in einer Invasion napoleonischer Truppen unter. Von nun an musste Wien seine Heimat sein, ob er wollte oder nicht. Migrantenschicksal! Continue reading Das Denkmal eines Migranten →

Vienna – espionage center of the world

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Österreich blieb Stützpunkt

Mit dem Ende des Kalten Krieges veränderte sich die Agentenszene. Dennoch blieb Österreich Stützpunkt. “Das System hat sich verändert”, sagt der Grüne Peter Pilz. “Heute dürfen die USA ungestört in Europa operieren. Russland und der Iran schicken gar keine Leute nach Wien, weil sie die Informationen über unser Abwehramt kriegen.” Dass Österreichs Geheimdienstwesen in drei Einrichtungen aufgesplittert ist, hält Pilz für “eine Absurdität”. Der Rest der Welt sehe Wien als das, was es immer schon war: “Eine gute Hintertür für Informationen aus Europa.” Kleine Zeitung

Highest density of  spies in the world

Vienna, whose geographical position makes it a point of contact between East and West and North and South, home to thousands of diplomats and many prominent international groups, stays also a harbor of secret service activity.
“Austria is still a favorite place for agents,” said Siegfried Beer, director of the Austrian Centre for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS), at the University of Graz. “They’re frequently known to the authorities but rarely hindered. Everything is handled courteously and  diplomatically. There’s a long tradition in that.” Continue reading Vienna – espionage center of the world →

Stimmen aus Kirgisistan

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Kyrgyzstan ist ein Staat in Zentralasien, der im Hochgebirge Tianshan liegt.
Die Kirgisen (64,9 % der Bevölkerung) sind ein Turkvolk und bekennen sich überwiegend zum Islam sunnitischer Ausprägung. Außerdem leben Usbeken (13,8 %), Russen (12,5 %) und Angehörige weiterer ethnischen Gruppen, wie etwa 57.000 Mescheten, im Lande. Anfang der 1990er Jahre gab es noch ca. 100.000 Deutsche (Kyrgyzstandeutsche) dort; sie sind inzwischen mehrheitlich nach Deutschland ausgewandert. 2007 wurde ihre Zahl auf ca. 12.000 geschätzt. Am 31. August 1991 erklärte Kyrgyzstan seine Unabhängigkeit. Aus der „Tulpenrevolution“ ging der frühere Premierminister Kurmanbek Bakijew als neuer Staatspräsident hervor.

Sulfia Fasilova für die Wiener Nachrichten

Mein Name ist Sulfia Fasilova und ich bin 33 Jahre alt. Ich wohne in Bishkek, der Hauptstadt von Kyrgyzstan. Unser Land ist ein Bergland voll wunderschöner Natur.
Ich habe an der Uni Deutsch und Niederländisch studiert. Nach der Absolvierung wollte ich als Au-pair-Mädchen in die Niederlande fahren, aber davor noch habe ich meinen späteren Mann kennen gelernt und meine Pläne geändert. Ich habe mich sofort in ihn verliebt und bald haben wir geheiratet. Ein Jahr später ist unser Sohn auf die Welt gekommen. Continue reading Stimmen aus Kirgisistan →

Standort Österreich für russische Unternehmen interessant

minin.jpg Österreich ist für russische Unternehmen im Ausland ein zentraler geographischer und wirtschaftlicher Knotenpunkt. Jedes zweite Unternehmen, das sich hier ansiedelt, etabliert in Österreich auch sein Headquarter. Jede dritte Firma aus Russland nutzt Österreich ganz gezielt als Sprungbrett für den Geschäftsaufbau in der Europäischen Union. Die Mehrheit der russischen Unternehmen ist der Meinung, dass Österreichs Bedeutung als Standort künftig noch wachsen wird. Für russische Unternehmen präsentiert sich Österreich als wirtschaftlicher Knotenpunkt zwischen Ost und West (EU).

Die globale Finanzkrise wirkt sich natürlich auch auf die russischen Unternehmen in Österreich aus – wenn auch nicht dramatisch:

Die Investitionspläne bleiben großteils aufrecht. Fast drei Viertel (73%) sehen keine Änderung hinsichtlich ihrer Investitionsvorhaben. Jedes zehnte Unternehmen (9%) plant 2009 sogar mehr zu investieren. Mehrfach spontan wurden Einsparungen bei den Ausgaben für Immobilien genannt. Die Businesspläne russischer Unternehmen hingegen werden durch die Krise sichtlich beeinträchtigt: 73% der Befragten geben an, dass die Businesspläne ihrer Unternehmen gemäß der aktuellen Wirtschaftskrise adaptiert werden müssen. Continue reading Standort Österreich für russische Unternehmen interessant →

Migranten in Medien

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Migranten sind nicht nur in den Medieninhalten, sondern auch in den Redaktionen unterrepräsentiert

Wien (APA) -  Diese Erfahrung haben die Diskussionsteilnehmer einer Veranstaltung der Britischen Botschaft in Wien zum Thema “Migrants in Mainstream Media” gemacht. Mit Initiativen wie Praktika hätten auch Menschen mit Migrationshintergrund Möglichkeiten, Kontakte in der Branche zu knüpfen, erklärte Paul Macey, Direktor des britischen Beratungsunternehmens “The Creative Collective”. Programme im ORF wie “Heimat fremde Heimat”, die ab Montag gesendete Jugendserie “tschuschen:power” oder spezielle Sendungen für Ungarn und Slowenen wären nicht ohne die Beteiligung von Migranten möglich, betonte Klaus Unterberger, Public Value Beauftragter des ORF. “Es ist noch immer nicht genug, aber zumindest ist das Bewusstsein dafür höher als in den letzten Jahren”, erklärte er. Gleichzeitig kündigte er ab August auch Sendungen für Slowaken und Tschechen an. Warum es noch keinen Nachrichtensprecher mit Migrationshintergrund beim ORF gibt, konnte er zwar nicht beantworten: “Meiner Meinung nach wäre es Zeit dafür”, so Unterberger. Continue reading Migranten in Medien →

Lesbischwules Migranten-Magazin MiGaY

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Migranten-Presse

Soll auf Situation homosexueller Migranten aufmerksam machen

In Wien wurde ein neues Magazin für lesbischwule Migranten präsentiert. Unter dem Namen “MiGaY” soll das Heft regelmäßig erscheinen und auf die besondere Situation von Lesben, Bisexuellen, Schwulen und Transgender mit nichtösterreichischer Herkunft aufmerksam machen.
Die Artikel sind teils in deutsch, teils in den Muttersprachen der Autoren gehalten. Wann auf die engagierte Nullnummer eine reguläre Ausgabe folgt, steht noch nicht fest. Geplant sind vier Ausgaben pro Jahr, die bei Lokalen, diversen Vereinen und bei Events der MigranntInnen und lesbischwulen Community auch in den Bundesländern erhältlich sein werden.
Peter Traschkowitsch, Vorsitzender der SoHo Wien, bezeichnete “MiGaY” am Rande der Präsentation als “tolle und wichtige Bereicherung für die lesbischwule MigrantInnencommunity”. Auch die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger und der Grüne Gemeinderat Marco Schreuder waren bei der Präsentation und gratulierten den Schöpfern.
Bei ihrer Namensnennung dürften die Schöpfer des neuen Heftes allerdings eine Kleinigkeit übersehen haben: “MiGaY” kann nicht nur als Kombination für “Migrant” und “Gay” – in Amerika ist es auch ein abfälliger Slangbegriff für “Schwuchtel”.