Wohnen in Graz

Umfrage Lebensqualität in Graz 2018

Die Grazerinnen und Grazer werden alle fünf Jahre im Auftrag von Bürgermeister Nagl zur Lebensqualität in ihrer Stadt befragt. Die Ergebnisse der Befragung sollen angeblich ein Stimmungsbild der Grazer Bevölkerung abgeben sowie für die Stadtentwicklung verwendet werden. „Jedoch stellen sich bei genauerer Analyse des Fragebogens eklatante Mängel heraus, die an der Absicht einer seriösen Erhebung der tatsächlichen Lebensqualität in Graz ernsthaft zweifeln lassen“, so Gemeinderätin Christine Braunersreuther. Die Befragung dauert noch bis zum 29. April.

Suggestive Worte im Begleitbrief oder zu allgemeine Fragen lassen keine zuverlässigen Ergebnisse zu. So komplexe Bereiche wie Wohnen, Sicherheitsgefühl oder Arbeitssituation lassen sich nicht mittels weniger Fragen seriös erheben. Sollte der Bürgermeister diese Studie tatsächlich ehrlich und aufrichtig für die Stadtentwicklung und nicht politisch motiviert verwenden wollen, dann müsste der Fragenkatalog dringend überarbeitet werden.

Abgesehen von wissenschaftlichen Mängeln die der Fragebogen aufweist, ist es vor allem nicht nachvollziehbar, worauf die Schwerpunktsetzung abzielt. Es macht den Anschein, dass unangenehme Themen ausgeklammert werden. „Die Wohnsituation in Graz ist zusehends angespannt. Das betrifft alle Grazerinnen und Grazer – doch anstatt sich mit dieser brenzligen Thematik auseinanderzusetzen, wird der Bereich „Wohnen“ mit lediglich einer einzigen Frage abgehandelt“, so Stadträtin Elke Kahr.

Im gesamten Fragebogen gibt es immer wieder Begriffe oder Fragen, die nicht klar definiert und sehr allgemein gehalten sind. Dadurch wird nicht ersichtlich, was durch die verwendeten Begriffe genau gemessen bzw. abgefragt werden soll. Beispiele.:

F11: Zusammenleben mit Menschen verschiedener Kulturen: Was ist das? Will jemand der „wichtig“ ankreuzt, mit fremden Kulturen zusammenleben oder nicht? Oder ist jemand, der „zufrieden“ ist mit der Kulturenvielfalt zufrieden oder damit, dass in seinem Wohnumfeld kaum fremde Kulturen zuhause sind.

F4: derzeitiger Wohnraum: Um hier interessante und verwertbare Aussagen zu bekommen, müsste hier ausdifferenziert werden, z.B. Größe, Miete/Besitz, Art des Wohnraums (Wohnung, Haus etc).

F8: Gleichbehandlung am Arbeitsplatz: Auch hier sollte ausdifferenziert werden, um welche Art der Diskriminierung am Arbeitsplatz es sich handelt. Auch wird nicht abgefragt, wo die Person arbeitet.

AA3: Wer fällt in die Kategorie „ÖsterreicherIn mit Migrationshintergrund“? Sind ÖsterreicherInnen, die selbst aus dem Ausland kommen, oder deren Eltern oder Großeltern oder Ururgroßeltern, gemeint?

AA3: Wird vermutet, dass für ÖsterreicherInnen mit und ohne Migrationshintergrund ein unterschiedlicher Anspruch der Lebensqualität gilt?

Der gesamte Fragebogen erlaubt keine Möglichkeit, dass Personen Anmerkungen oder Begründungen darlegen können.
Quelle: KPÖ Graz

Info für Auswanderer – in Österreich wohnen

Obwohl die Ösis im Euro-Vergleich moderat verschuldet sind, zeigen sich Vorboten künftiger Probleme: Die Staatsschulden von 75% der Wirtschaftsleistung sind der höchste Fehlbetrag seit 15 Jahren. Über 40% des Bundeshaushalts gehen für Renten und Zinsen drauf. Auch mit dem freundlichsten Wiener Lächeln lässt sich solcher Dreck nicht mehr unter den Teppich kehren. Und es geht noch weiter.

Und Österreich ist, wie der Name schon anzeigt, auch das Tor nach Osten. Es hat traditionell enge Verbindungen mit dem Land Ungarn, mit der Tschechischen Republik, der Slowakei und den Balkanländern.

Der Länderreport der CIA nennt zusätzlich äußere Risiken, denen Österreich ausgesetzt ist, wie “… unerwartet schwaches Weltwirtschaftswachstum, das den Exportmarkt bedroht, das anhaltende Engagement der österreichischen Banken in Mittel- und Osteuropa”. Es sieht im Frühjahr 2017 nach einer leichten Besserung aus. Die Staatsverschuldung hat jedoch ein mit 84,2% des BIP den Höchststand seit 1945 erreicht.

Lebenshaltung: Fakten und falsche Verallgemeinerungen

Einige Vorurteile, die in Deutschland mit Österreich in Verbindung gebracht wurden, sind bei näherer Betrachtung gegenstandslos. Andere hatten in der Vergangenheit eine gewisse Berechtigung, heute aber nicht mehr.

Lebensmittel z.B. sind inzwischen etwa gleich teuer. Die Wohnungsmieten ebenfalls. Wobei die Mieten in Großstädten wie Graz, Salzburg oder Linz sehr hoch sind.
Wichtig zu wissen ist, dass die Lebenshaltungskosten in Wien höher sind als in den teuersten Städten Deutschlands. Aber wussten Sie, dass österreichische Arbeitnehmer brutto im Durchschnitt weniger verdienen als deutsche?

Quelle: wohin-auswandern.de

Umfrage 2018

Hohe Öffi-Preise, zu wenig Parkplätze

Nach 2009 und 2013 hat die Stadt Graz zum dritten Mal die „Lebensqualitätsindikatoren“ der Grazer abgefragt.
Aus den insgesamt 4,5 Millionen Einzeldaten, die das Statistik-Team erhoben hat, lassen sich zahlreiche Handlungsaufträge für die Politik ableiten. Die höchste Unzufriedenheit: schlechte Luftqualität, zu hohe Öffi-Preise, zu hohe Wohnkosten und zu wenig Parkplätze im Wohnumfeld.

Quelle: Kleine Zeitung

Galina Toktalieva

Kyrgyzstan-born author residing in Graz, Austria

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