{"id":13350,"date":"2021-08-08T13:00:07","date_gmt":"2021-08-08T11:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/?p=13350"},"modified":"2024-11-28T12:58:41","modified_gmt":"2024-11-28T11:58:41","slug":"mozarts-faekalhumor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/mozarts-faekalhumor\/","title":{"rendered":"Das kranke Genie"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-13351 size-full\" src=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/stefan-dokoupil.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/stefan-dokoupil.jpg 750w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/stefan-dokoupil-500x320.jpg 500w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/stefan-dokoupil-160x102.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Mozarts F\u00e4kalhumor<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am 5. Dezember 1791 starb Wolfgang Amadeus Mozart mit nur 35 Jahren. Woran, dar\u00fcber r\u00e4tseln Forscher bis heute. Und manche behaupten: Er war psychisch krank.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Musik Mozarts ist makellos, doch seine Sprache war voller Kraftausdr\u00fccke und F\u00e4kalworte. Experten glauben daher heute, dass der ber\u00fchmte Komponist am Tourette-Syndrom litt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>K\u00fcnstler sind h\u00e4u\ufb01g exzentrischer als durchschnittlich begabte Menschen. Wolfgang Amadeus Mozart, Wunderkind, brillanter Pianist und genialer Komponist bildete diesbez\u00fcglich keine Ausnahme. In seinen Briefen wimmelt es von F\u00e4kalausdr\u00fccken und unanst\u00e4ndigen Wortspielen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Charakteristisches Kennzeichen des Tourette-Syndroms sind motorische und vokale Tics, die der Betro\ufb00ene nicht steuern oder unterdr\u00fccken kann. Motorische Tics sind unwillk\u00fcrliche, meist sehr heftige Bewegungen, vokale Tics reichen von undi\ufb00erenzierten Laut\u00e4u\u00dferungen bis zum unkontrollierten Herausrufen von obsz\u00f6nen Worten.<br \/><br \/>Da ist zun\u00e4chst die sogenannte Koprolalie, ein obsz\u00f6ner und aggressiver Wortaussto\u00df. Dass Mozart daran Spa\u00df hatte, zeigt die Nachschrift eines Briefes an seinen Vater aus dem Jahr 1777: \u00bbIch&#8230;giebe mich schuldig, da\u00df ich vorgestern, und gestern; auch schon \u00f6fters\u2026 gereimet habe; und zwar lauter Sauereyen, nemmlich, vom Dreck, und scheissen, und arschlecken, und zwar mit gedancken, worten und \u2013 aber nicht mit wercken \u2026 und ich muss bekennen da\u00df ich ordentlich Freude daran hatte &#8230;\u00ab<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mozarts Vorliebe f\u00fcr Obsz\u00f6nit\u00e4ten und F\u00e4kalsprache zeigt sich in zahlreichen Beispielen, von denen nur einige wenige im Folgenden zitiert sein sollen. So schreibt Mozart in einem Brief an seine Mutter im Januar 1778:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eNir sind jetzt \u00fcber acht Tage weck und haben schon geschissen vielen Dreck, daf\u00fcr wage Zukunftspl\u00e4ne, und das Konzert spar ich mir nach Paris, dort schmier ich&#8217;s her, gleich auf den ersten Schi\u00df.&#8221;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein Brief an seine Cousine Maria Anna Thekla, aus dem darau\ufb00olgenden Jahr liest sich, als ob Mozart den Drang, schmutzige W\u00f6rter auszusprechen beziehungsweise aufzuschreiben, nicht unterdr\u00fccken konnte oder wollte: \u00bb\u2026 wenn sie mir also wolln antworten, aus der stadt augsburg dorten, so schreiben sie mir baldt, damit ich den brief erhalt, sonst wenn ich etwa schon bin weck, bekomme ich statt einen brief einen dreck. dreck! \u2013 \u2013 dreck! \u2013 o dreck! \u2013 o s\u00fcsses wort! \u2013 o charmante! \u2013 dreck, leck! \u2013 das fre\u00fcet mich! \u2013 dreck, schmeck und leck! \u2013 schmeck dreck, und leck dreck!\u2026\u00ab O\ufb00enbar l\u00f6st das Wort Dreck in ihm diesen Ausbruch aus, der ebenso abrupt endet, wie er begonnen hat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und am\u00fcsiert berichtet Mozart seiner vertrauten Verwandten von einer &#8220;trauerigen geschichte&#8221;, die ihm eben widerfahren sei: Er schrieb gerade seinen Brief, da fing es um ihn herum zu stinken an: &#8220;ich schmecke so was angebrandtes&#8221;, lange wusste er nicht, woher es kam, und &#8220;endlich sagt meine Mama zu mir: was wette ich, du hast einen gehen lassen?&#8221; Er stritt es ab, doch dann machte er die Probe: &#8220;thue den ersten Finger im arsch, und dann zur Nase, und &#8211; Ecce provatum est; die Mama hatte recht.&#8221;<br \/><br \/>Abgesehen von solchen koprolalischen \u00c4u\u00dferungen scheint Mozart noch weitere vokale Tics gehabt zu haben, n\u00e4mlich Pfeifen, Husten, Bellen, Grunzen, Zungeschnalzen, Zischen, Saugen, Huh-Laute und Miauen. So berichtet etwa seine Zeitgenossin Karoline Pichler 1844 in den \u00bbDenkw\u00fcrdigkeiten aus meinem Leben\u00ab von einer Abendgesellschaft, in der sich der 34-j\u00e4hrige Mozart sehr merkw\u00fcrdig au\ufb00\u00fchrte: \u00bb\u2026 Auf einmal ward ihm das Ding zuwider, er fuhr auf und begann in seiner n\u00e4rrischen Laune, wie er es \u00f6fters machte, \u00fcber Tische und Sessel zu springen, wie eine Katze zu miauen und wie ein ausgelassener Junge Purzelb\u00e4ume zu schlagen \u2026\u00ab<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wohlgemerkt: Mozart war damals kein kleiner Junge mehr; diese Episode ereignete sich ein Jahr vor seinem Tod.<br \/><br \/>Quelle: Pharma Zeitung, Berlin<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstler sind h\u00e4u\ufb01g exzentrischer als durchschnittlich begabte Menschen. Wolfgang Amadeus Mozart, Wunderkind, brillanter Pianist und genialer Komponist bildete diesbez\u00fcglich keine Ausnahme. In seinen Briefen wimmelt es von F\u00e4kalausdr\u00fccken und unanst\u00e4ndigen Wortspielen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13351,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[659,1200],"tags":[],"class_list":["post-13350","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutsch","category-psychologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13350\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13351"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}