{"id":4008,"date":"2021-06-04T10:30:03","date_gmt":"2021-06-04T08:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.toktali.com\/blog\/?p=4008"},"modified":"2026-03-31T12:53:45","modified_gmt":"2026-03-31T10:53:45","slug":"in-search-of-heaven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/in-search-of-heaven\/","title":{"rendered":"Cumulus framed"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"dropcap\"><a href=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14336\" src=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25.jpg\" alt=\"\" width=\"1800\" height=\"1065\" srcset=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25.jpg 1800w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25-520x308.jpg 520w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25-1024x606.jpg 1024w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25-160x95.jpg 160w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25-768x454.jpg 768w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/KOPF-25-1536x909.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"dropcap\">W<\/span>henever I go to Main Square with idea to make good photo of a horse, the blinders &#8211; leather flaps of bridle to keep horse from seeing anything on both sides &#8211; abash me. They say horses need those blinders to drag carriage with tourists forward. They also say about folks who are not able to accept reality: people have their blinders on. However, to move steadily forward, one virtually needs to concentrate at target and ignore anything else around \u2013 to put blinders on. Photographers experimenting with image know that any occasional element included in frames suddenly gets quality of wholeness. Frames draw attention to detail retrieved from blurred zone of our perception. Can we really believe our eyes, if consider that eagles, cats or flies see the world differently?<\/p>\n<p>Perhaps picture of universe we have in mind reflects before anything else the visual processing capacities of our brain. Selectivity of this perception is responsible for frames, enclosures, boundaries and borders we generate all the time. As a child, I felt shaken by idea of infinity. Attending normal Soviet school, where divine explanation of creation according to Lenin\u2019s aphorism about opium of the masses, was out of question, I together with other saluting soviet pioneers was dropped on mercy of relativity theory and my own imagination. If universe with billions of galaxies had no edges, why space and time of my local reality had? Furthermore, why eternity was not equally eternal in all directions?<\/p>\n<p>Our ordinary life consisted of beginnings and endings, squeezed in marked limits, where any event finally terminated and any progress confronted fences, barriers and barbwire walls. Later I concluded that history of humankind was history of erecting or expanding borders, and became less confused by frame making in different forms I witnessed, including frame making of my own mind. If to make trip from Vienna, which stands now for place of my residence, to Talas in Kyrgyzstan, where I was born, moving in train through territories of Europe, Russia and Central Asia, one may endure episodes of passport inspections many times.<\/p>\n<p>Nevertheless, sky would be everywhere the sky, and water would be everywhere the water, as well as basic traits of people and their feelings &#8211; in spite of different languages used &#8211; would be in core the same. When traveling by air and lined up in airports by passport-control booths in slowly progressing queue, I would feel suddenly easy and playful under enigmatic gaze of person in uniform, who, it seemed, tried to uncover on the spot one&#8217;s breaking border faults. I knew that real invisible me was something like cumulus or jinn out of bottle \u2013 spirit passing through any barriers, wind-driven, impossible to cage, to fix or pinpoint at what side of border it is. When in the plane, I peered out of window at earth below \u2013 at first divided in two or three, then in more segments as Lilliputians land or patched blanket, but the higher airplane rose, the less segmented picture I saw, and eventually all divisions faded away.<\/p>\n<p>When traveling by car and still keeping in mind how it was when the Wall between East and West Germany existed, I savored easiness of crossing EU borders. Whatever symbols one had \u2013 be it dragons, mutant two-headed eagles or hammer and sickle &#8211; printed on piece of carton and kept in breast pocket as passport; one simply moved on and on. Miraculous expansion of human mind and its manifestation! Globalization goes forward, and one day there will be no more illegal travelers crossing distances in coal containers and meat refrigerators to reach the Promised Land. If different sort of borders are still here today mostly for group identifications, why not try thinking beyond them?<\/p>\n<p><strong>Mein Himmel<\/strong><\/p>\n<p><em>Werner Braun \u00dcbersetzung<\/em><\/p>\n<p>Sooft ich auf dem Hauptplatz eine gute Fotografie von einem Pferd machen will, irritieren mich dabei die ledernen Scheuklappen am Geschirr, die das Pferd daran hindern, zu sehen, was seitlich von ihm vorgeht. Man sagt, dass Pferde Scheuklappen br\u00e4uchten, um die Fiaker mit den Touristen ruhig und sicher durch den Gro\u00dfstadtverkehr zu ziehen. Man sagt auch von Leuten, die nicht sehen, was ringsherum vorgeht, dass sie Scheuklappen h\u00e4tten. Trotzdem: Um unbeirrt auf ein Ziel zuzusteuern muss man alles, was links und rechts geschieht, einfach ignorieren; das bedeutet, man muss sich Scheuklappen aufsetzen.<br \/>Fotografen, die sich mit der Wirkung von Bildern auch experimentiell besch\u00e4ftigen, wissen, dass jedem zuf\u00e4lligen Element eines Bildes pl\u00f6tzlich die Qualit\u00e4t der Gesamtheit zukommt, wenn man das Bild in einen Rahmen spannt. Rahmen lenken die Aufmerksamkeit auf Details, die sonst nur in den verschwimmenden Bereichen unserer Wahrnehmung existieren. K\u00f6nnen wir daher unseren Augen wirklich trauen? Adler, Katzen und Fliegen haben jeweils ein ganz anderes Bild von der Welt als wir. Daraus l\u00e4sst sich erahnen, dass die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, vor allem geformt wird von den Wahrnehmungsf\u00e4higkeiten des menschlichen Gehirns. Das Auswahlverfahren, zu welchem diese F\u00e4higkeit gezwungen ist, ist verantwortlich f\u00fcr Rahmen, isolierte Strukturen,<\/p>\n<p>Hindernisse und Grenzen, die wir fortw\u00e4hrend erschaffen. Als Kind war hingerissen von der Idee der Unendlichkeit des Kosmos. Das Weltbild, das mir die Grundschule sowjetischer Pr\u00e4gung vermittelte, schloss einen g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfungsakt aus. So waren wir der Gnade der Relativit\u00e4tstheorie ausgeliefert und unserem eigenen Vorstellungsverm\u00f6gen. Wenn das Universum mit seinen Billionen Galaxien keine Ecken hat, warum gilt das nicht auch f\u00fcr Raum und Zeit meiner eigenen Wirklichkeit? Warum ist ist die Ewigkeit nicht nach allen Seiten hin gleicherma\u00dfen ewig? Das gew\u00f6hnliche Leben beginnt und endet; es ist eingequetscht in vorgegebene Schranken, an welchen alles enden muss und wo jeder Fortschritt zum Stillstand kommt an Z\u00e4unen, Mauern und Stacheldrahtverhauen.<br \/>Mit der Zeit erschien mir die Menschheitsgeschichte als die fortw\u00e4hrende T\u00e4tigkeit des Errichtens oder Erweiterns von Grenzen; und das Einrahmen in allen m\u00f6glichen Formen, in denen es mir begegnete, war mir nicht mehr so unbegreiflich. Das schlie\u00dft auch die Rahmen mit ein, die ich selbst um mein eigenes Denken zog.<\/p>\n<p>Auf einer Reise von Wien nach Talas in Kirgistan, wo ich geboren bin; auf einer solchen Bahnreise durch viele Gebiete Europas, Russlands und Zentralasiens wird man h\u00e4ufig Passkontrollen erleben. Der Himmel \u00fcber den verschiedenen L\u00e4ndern w\u00fcrde aber immer derselbe Himmel bleiben, Wasser w\u00fcrde \u00fcberall Wasser sein und auch die Menschen sind \u00fcberall Menschen. Selbst wenn sie verschiedene Sprachen sprechen, die Grundz\u00fcge ihres Wesens und ihre Gef\u00fchle gleichen sich im Kern.<br \/>Auf einer Flugreise, wenn ich mich am Flughafen der Sicherheitskontrolle unterziehen muss, f\u00fchle ich mich oft belustigt unter dem durchdringenden pr\u00fcfenden Blicken der Uniformierten, die \u2013 wie es mir scheint \u2013 auf der Stelle erkunden wollen, ob ich in meinem Leben schon Grenzen verletzt h\u00e4tte. Ich wei\u00df aber, dass mein wahres, unsichtbares Selbst das Wesen einer Wolke, eines Kumulus hat &amp;ndash; oder das eines Flaschengeists, dessen Pr\u00e4senz auf dieser oder jener Seite der Grenze schwerlich pr\u00e4zise nachgewiesen werden kann.<\/p>\n<p>Aus dem Flugzeugfenster sehe ich dann die Gegend darunter aus Flicken zusammengesetzt wie das Land Liliput aus &#8220;Gullivers Reisen&#8221; oder wie eine Patchworkdecke. Zuerst sind es zwei oder drei Flicken, dann werden es mehr, aber je h\u00f6her das Flugzeug steigt, desto einf\u00f6rmiger, desto weniger segmentiert erscheint mir das Bild der Erde, bis schlie\u00dflich alle Unterschiede verblasst sind. Wenn ich mir auf einer Autoreise durch Europa in Erinnerung rufe, wie es war, als noch eine Grenze mitten durch Deutschland ging, kann ich die Leichtigkeit, mit der sich die EU-Binnengrenzen \u00fcberwinden lassen, erst richtig genie\u00dfen. Egal, welcher Nationalit\u00e4t man ist, man kann einfach weiterfahren: eine wunderbare Erweiterung des menschlichen Bewusstseins und seiner Manifestation auf der politischen Landkarte! Die Globalisierung schreitet voran und eines Tages wird es keine illegalen Einwanderer mehr geben, die im Kohlendeck von Schiffen oder in K\u00fchlbeh\u00e4ltern von Lastern m\u00e4chtige Entfernungen \u00fcberwinden um das zu erreichen, was sie f\u00fcr ihr Gelobtes Land halten. Aber solange es noch Grenzen gibt, damit sich die Menschen mit anderen innerhalb dieser Grenzen identifizieren k\u00f6nnen, warum sollte ein freier Geist nicht versuchen, dar\u00fcber hinaus zu denken?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Whenever I go to Main Square with idea to make good photo of a horse, the blinders &#8211; leather flaps of bridle to keep horse from seeing anything on both sides &#8211; abash me. They say horses need those blinders to drag carriage with tourists forward. 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