{"id":9500,"date":"2021-06-09T15:30:03","date_gmt":"2021-06-09T13:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.toktali.com\/blog\/?p=9500"},"modified":"2021-12-03T16:32:50","modified_gmt":"2021-12-03T15:32:50","slug":"sanktionen-gegen-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/sanktionen-gegen-russland\/","title":{"rendered":"Sanktionen gegen Russland"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Sanktionen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12638\" src=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Sanktionen.jpg\" alt=\"\" width=\"740\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Sanktionen.jpg 740w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Sanktionen-199x132.jpg 199w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Sanktionen-369x245.jpg 369w, https:\/\/www.toktali.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Sanktionen-663x440.jpg 663w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Nach Ansicht des Pr\u00e4sidenten der Industriellenvereinigung Salzburg spielen die EU-Sanktionen gegen Russland den Chinesen in die H\u00e4nde. Rudolf Zrost spricht von einem Vertrauensverlust, der Salzburger Unternehmen langfristig schaden k\u00f6nnte. Quelle:Wirtschaftsblatt.at<\/em><\/p>\n<p><strong>WirtschaftsBlatt:<\/strong> Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der IV Salzburg erwarten 17 Prozent der Unternehmen, dass die Gesch\u00e4ftslage in einem halben Jahr schlechter sein wird als jetzt. An eine Verbesserung glauben dagegen nur zehn Prozent. Sind die aktuellen internationalen Entwicklungen schuld an diesem Pessimismus?<br \/>\n<strong>Rudolf Zrost:<\/strong> Die Krise in der Ukraine wirkt sich hier sicher aus. Viele Unternehmen wollen keine zus\u00e4tzlichen Mitarbeiter einstellen, solange diese Krise andauert. Wir h\u00f6ren auch immer wieder, dass die B\u00f6rsen sehr unruhig sind und die Kurse fallen, weil es gewisse \u00c4ngste gibt. Daneben haben wir aber sicher auch ein Standortproblem, was zum Beispiel darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass es in Salzburg zu wenig IT-Personal gibt. Gut ausgebildete Fachkr\u00e4fte stehen nicht mehr zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><em>Wie stark treffen die Ukrainekrise und die Russlandsanktionen die exportabh\u00e4ngige Industrie?<\/em><\/p>\n<p>Mir sind keine Unternehmen bekannt, die so darunter leiden wie der Salzburger Milchhof, der nicht mehr nach Russland liefern darf. Es mag den einen oder anderen Industriebetrieb geben, der direkt betroffen ist, aber es sind sicher nur sehr wenige. Die Sanktionen sind allerdings insgesamt ein Problem, weil die enge Verbundenheit zwischen Russland und Europa, zwischen russischen Firmen und Salzburger Firmen Dellen und Kratzer abbekommt. Wir \u00d6sterreicher haben als Teil der EU pl\u00f6tzlich Wirtschaftssanktionen verordnet f\u00fcr etwas, das die Russen als legitim empfinden. Das ist ein extremer Vertrauensverlust, der mit Sicherheit langfristig einen gr\u00f6\u00dferen Schaden verursacht als die aktuelle Situation.<br \/>\n<em>Hei\u00dft das, dass Sie die Sanktionen f\u00fcr falsch halten?<\/em><\/p>\n<p>Ich bin der Meinung, die Sanktionen sind per se falsch. Die EU dr\u00e4ngt damit Russland in engere Wirtschaftsbeziehungen mit China. \u00d6IAG-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf hat bei einem Vortrag in Salzburg gemeint, dass das Gesch\u00e4fts- und Rechtsverst\u00e4ndnis der russischen Menschen jenem der Europ\u00e4er entspricht. Die Chinesen sind hingegen v\u00f6llig anders. Es ist viel leichter, Gesch\u00e4fte zwischen Russen und Europ\u00e4ern zu machen als zwischen Russen und Chinesen. Durch die Sanktionen werden diese Gesch\u00e4fte aber nachhaltig behindert und erschwert.<br \/>\n<em>Wirtschaftskammerpr\u00e4sident Christoph Leitl hat k\u00fcrzlich die B\u00fcrokratie in \u00d6sterreich als ein Monster bezeichnet, das eine aggressive Stimmung erzeuge, die zu Unlust am unternehmerischen Handeln f\u00fchre. Teilen Sie seine Meinung?<\/em><\/p>\n<p>Ich kann als Unternehmer diese Ansicht voll und ganz nachvollziehen, weil der Staat \u00d6sterreich immer mehr Aufgaben auf die Unternehmen abw\u00e4lzt. Man braucht sich nur das \u201eBeauftragtenunwesen\u201c ansehen. In unserem Unternehmen m\u00fcssen wir f\u00fcr jedes und alles einen Beauftragten haben: einen Sicherheitsbeauftragten, einen Zust\u00e4ndigen f\u00fcr die Emissionen, einen f\u00fcr das neue Energieeffizienzgesetz und so weiter und so fort. Man muss als Unternehmen aufpassen, dass man alle Vorgaben, die man selber kontrollieren muss, \u00fcberhaupt einhalten kann.<br \/>\n<em>Bei welchen b\u00fcrokratischen H\u00fcrden ist der Handlungsbedarf besonders gro\u00df? <\/em><\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt ist die Steuergesetzgebung. Obwohl wir im Haus Spezialisten haben und uns welche von au\u00dferhalb holen, schaffen wir es nicht, unsere Steuererkl\u00e4rung so perfekt abzugeben, dass bei der Betriebspr\u00fcfung alles passt. Wir haben in \u00d6sterreich einen Dschungel an Vorgaben und Gesetzen. Schauen Sie sich nur das F\u00f6rderwesen an. Kleine Unternehmen beantragen gar keine F\u00f6rderungen mehr, weil der b\u00fcrokratische Aufwand einfach zu gro\u00df w\u00e4re.<br \/>\n<em>Es kursieren derzeit die verschiedensten Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Senkung der Steuerbelastung. Welches Reformmodell schwebt Ihnen vor?<\/em><\/p>\n<p>Bei unserem IV-Steuerstrukturkonzept \u201eFAIR-Steuern\u201c geht es im Wesentlichen um eine Senkung der Arbeitskosten, damit die Mitarbeiter netto mehr Geld in der Tasche haben und die Unternehmen kosteng\u00fcnstiger produzieren k\u00f6nnen. Wenn ich alle Steuern und Abgaben zusammenz\u00e4hle, haben wir in \u00d6sterreich eine Arbeitskostenbelastung von mehr als 45 Prozent. Im internationalen Vergleich liegen wir bei 35 Prozent. Es fehlen uns also zehn Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Ansicht des Pr\u00e4sidenten der Industriellenvereinigung Salzburg spielen die EU-Sanktionen gegen Russland den Chinesen in die H\u00e4nde. Rudolf Zrost spricht von einem Vertrauensverlust, der Salzburger Unternehmen langfristig schaden k\u00f6nnte. Quelle:Wirtschaftsblatt.at WirtschaftsBlatt: Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der IV Salzburg erwarten 17 Prozent der Unternehmen, dass die Gesch\u00e4ftslage in einem halben Jahr schlechter sein wird als jetzt. 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