Missbrauch im Buddhismus

Turbulente Zeiten zum Thema Missbrauch im Buddhismus

Am Juli 2017 sandten acht langjährige und verdiente Schüler einen Brief an Sogyal Rinpoches. Der Brief wurde auch an den Dalai Lama und einige hochrangige tibetisch-buddhistische Lehrer gesendet.
Der Brief beschreibt unmissverständlich und in klaren Bildern physischen, emotionalen, sexuellen, finanziellen und spirituellen Machtmissbrauch. Ziel der Verfasser ist es, Sogyal Rinpoche als auch Rigpa Mitglieder auf das über Jahrzehnte entwickelte und gut verschwiegene machtmissbrauchende Verhalten Sogyal Rinpoches aufmerksam zu machen. Wenn es um den Vorwurf von Missbrauch und Gewalt geht, ist Transparenz und offene Debatte das oberste Gebot.

Sexuelle Vergehen

Du nutzt deine Rolle als Lehrer, um Zugang zu jungen Frauen zu finden. Für manche von uns bestand die sexuelle Schikane darin, dass man angewiesen wurde, sich auszuziehen oder die eigenen Genitalien zu zeigen (Männer wie Frauen) oder dich mit oralen Sex zu beglücken oder dass man sich von dir begrapschen lassen musste, dass man angewiesen wurde, Fotos von den eigenen Genitalien zu machen, dass man Sex mit der eigenen Partnerin oder dem Partner in deinem Bett haben musste, dass man dir die sexuellen Beziehungen zum eigenen Partner beschreiben musste. Du hast Schüler damit beauftragt, deine Assistentinnen und Partnerinnen nackt zu fotografieren. Diese Fotos sollten dann von anderen Schülern zu Collagen verarbeiten werden, die du wiederum weiter herumzeigtest. Du hast eine deiner weiblichen Assistentinnen einem anderen (bei Rigpa wohlbekannten) Lama zum Sex angeboten. Du hattest und hast seit Jahrzehnten sexuelle Beziehungen mit einer Reihe deiner weiblichen Schülerinnen, die auch deine Assistentinnen sind. Manche von ihnen sind verheiratet. Öffentlich behauptest du, dass deine Beziehungen völlig normal seien, einvernehmlich und angemessen, da du kein Mönch seist. Du verneinst jedes Fehlverhalten und hast mitunter sogar behauptet, dass du verführt worden seist.

Unersättlicher Lebensstil

Dein verschwenderischer Lebensstil wird vor Tausenden deiner Schülerinnen und Schüler versteckt. Es ist eine Sache, eine Spende vom Besten (was jemand zu bieten hat) als anerkennendes Zeichen unserer Dankbarkeit für spirituelle Belehrungen anzunehmen. Es ist etwas ganz anderes, dies von uns zu fordern. Viel von dem Geld, welches deine luxuriösen Bedürfnisse befriedigt, stammt aus Spenden von Schülerinnen und Schülern, die glauben, damit Weisheit und Mitgefühl in der Welt zu fördern. Du verlangst jede erdenkliche Form von Essen – zu jeder Tages- und Nachtzeit – von deinen persönlichen Köchen und Bediensteten, (für die Rigpa bezahlt), die mit dir die Welt bereisen.

Vergiftung unserer Wertschätzung

Oft, wenn wir versuchen zu meditieren oder zu praktizieren, spüren wir das Gift, das wir durch unsere Erfahrungen mit dir aufgenommen haben. Resultat deiner Methoden ist, dass unser Verhältnis zum Dharma korrumpiert wurde. Wir erkennen nun deutlich, wie du unser Vertrauen in vielfacher Weise ausgenutzt, wie du uns in deine Machenschaften verwickelt und uns und unsere Brüder und Schwestern im Dharma missbraucht hast.

Galina Toktalieva

Kyrgyzstan-born author residing in Graz, Austria

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