Migranten in Medien

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Migranten sind nicht nur in den Medieninhalten, sondern auch in den Redaktionen unterrepräsentiert

Wien (APA) –  Diese Erfahrung haben die Diskussionsteilnehmer einer Veranstaltung der Britischen Botschaft in Wien zum Thema “Migrants in Mainstream Media” gemacht. Mit Initiativen wie Praktika hätten auch Menschen mit Migrationshintergrund Möglichkeiten, Kontakte in der Branche zu knüpfen, erklärte Paul Macey, Direktor des britischen Beratungsunternehmens “The Creative Collective”. Programme im ORF wie “Heimat fremde Heimat”, die ab Montag gesendete Jugendserie “tschuschen:power” oder spezielle Sendungen für Ungarn und Slowenen wären nicht ohne die Beteiligung von Migranten möglich, betonte Klaus Unterberger, Public Value Beauftragter des ORF. “Es ist noch immer nicht genug, aber zumindest ist das Bewusstsein dafür höher als in den letzten Jahren”, erklärte er. Gleichzeitig kündigte er ab August auch Sendungen für Slowaken und Tschechen an. Warum es noch keinen Nachrichtensprecher mit Migrationshintergrund beim ORF gibt, konnte er zwar nicht beantworten: “Meiner Meinung nach wäre es Zeit dafür”, so Unterberger.

Zwar gibt es laut Macey immer wieder erfolgreiche Medien-Projekte speziell für Migranten. Bei diesen würde es sich aber immer noch um “Outsider” handeln, kaum eine Initiative würde in “Mainstream-Medien” stattfinden. Macey zeigte sich davon überzeugt, dass sich die Situation ändern würde und Klischees abgebaut werden könnten, wenn sämtliche Ethnien in den Redaktionen vertreten wären. Voraussetzung hierfür wäre allerdings, dass junge Journalisten, gleich welcher Herkunft auch die gleichen Chancen erhalten. “Sie wissen nicht, wie man in die Branche kommt, weil vieles über Mundpropaganda läuft”, stellte der Berater fest.

Mangelnde Chancengleichheit kritisierte auch Fritz Hausjell, Professor am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. Medien sollten ihre Belegschaft “Schritt für Schritt” auch für Nachwuchs-Journalisten mit Migrationshintergrund öffnen, forderte er.

Galina Toktalieva

Kyrgyzstan-born author residing in Graz, Austria

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